Artikel
0 Kommentare

Abgekupferte Texte haben kurze Beine

Abgekupferte Texte haben kurze Beine

oder auch wieso Copycats einfach scheiße sind

Man schreibt einen Text, vergießt vielleicht ein paar Tränchen, legt aber auf jeden Fall sein ganzes Herzblut in diesen Text. Die Tasten glühen und man verbringt Zeit mit den Wörtern. Vielleicht nur mehrere Minuten, vielleicht aber sogar Stunden, Tage oder Wochen. Man recherchiert, verpackt seine Meinung so, dass sie vom Leser verstanden wird. Nach den richtigen Worten fischend, wie ein Fischer in einem schlechten Fischgebiet, gibt es Momente in denen man den Text nur gegen die (imaginäre) Wand klatschen möchte.
Und dann ist fertig. Ich drücke auf „Veröffentlichen“ und plötzlich ist der Text im World Wide Web. Meine Gedanken schwirren jetzt im Internet herum und können gelesen werden. Ein neuer Text, neue Gedanken, neue Wortaneinanderreihungen haben das Licht der Welt erblickt.
Natürlich sollen meine Text gelesen werden, verstanden oder missverstanden werden. Es soll darauf reagiert werden, sie sollen geteilt werden, zum Nachdenken anregen oder vielleicht auch einfach nur belustigen. Was sie aber nicht sollen ist GEKLAUT werden.

Das Rad neu erfinden

Auch ich habe das Rad sicher nicht neu erfunden, dennoch schreibe ich auf meinem anderen Blog in einer Sparte einer Sparte – wenn man es so sehen möchte. Und ich stecke verdammt viel Herzblut in meine Texte. Ich lasse Shitstorms – ja die Mehrzahl muss hier gewählt werden – über mich ergehen und ich stehe für meine Meinung ein.
Davor hat in meiner Sparte noch keiner so gebloggt, wie ich es angefangen habe. Dann kamen die ersten Copycats – was mir grundsätzlich nichts ausmacht, denn je mehr über solche – auch unangenehmen Themen – schreiben eigentlich um so besser.
Allerdings reagiere ich sehr, sehr, sehr allergisch darauf, wenn ich plötzlich von Lesern auf andere Texte aufmerksam gemacht werden, die meinen zum Verwechseln ähnlich klingen.
Nein, es wurde nicht einfach Copy & Paste gemacht – dagegen könnte ich ja noch vorgehen. Mein Text wurde umgeschrieben, mit neuen Bildern versehen und auf dem eigenen Blog hochgeladen und sowas kotzt mich tierisch an.

Tut es so weh einen Link zu setzen?

Auch ich lasse mich von anderen Bloggern inspirieren, aber weißt Du was, dann verlinke ich auf den oder den/die entsprechenden Text/e. Denn bloggen ist nicht unbedingt die Gründung eines eigenen Universums, sondern auch die Vernetzung mit anderen Bloggern. Das Gemeinsame schaffen, dass ist doch auch das schöne am bloggen. Aber da müsste man ja seinen Ruhm teilen, müsste sich eingestehen, dass man das Rad eben nicht neu erfunden hat und das das Geschriebene gar nicht so wirklich aus dem eigenen Kopf stammt.
Da ist es schon viel leichter einfach das Thema tot zu schweigen und sämtliche meiner Kontaktversuche (Facebook, Kommentare auf dem Blog und Co) einfach aus dem Weg zu gehen.
Und es ist ja nicht so, dass ich mit meiner Meinung alleine dastehe. Alleine, ohne meine Leser, wäre ich nie auf diesen Text gestoßen. Doch wenn nicht nur mir der Vergleich und die Nähe des Textes zu meinem auffällt, dann ist es ja auch nicht nur ein bloßes Hirngespinst von mir.
Wenn andere merken, dass Du mit deiner Sparte den Zahn der Zeit getroffen hast, dass das Leser generiert und man tolle Zahlen einfährt, dann kommen sie schnell. Die Copycats, sie sehen das und möchten das auch haben. Natürlich wäre es schön eigene Texte zu schreiben, aber da müsste man ja selbst seine Hirnwindungen anstrengen und das ist ja wirklich viel zu schwierig. Da gibt es ja schon Texte im Internet, also schnell Copy & Paste in den eigenen Blog, umgeschrieben, eigene Bilder rein und veröffentlichen. Tut ja keinem weh.
Es tut wirklich keinem weh, aber es nervt. Es nervt und es stinkt nach Faulheit & Abgebrühtheit. Da kann das Copykätzchen noch so lange diskutieren, es bleibt ein einfacher Fake.
Und jetzt mal ehrlich – so unter uns – wer will denn schon ein Fake sein?!

Veröffentlicht von

Studentin, Gedankenmensch, Schreiberling. Ich liebe es aufzuschreiben, was in meinem Kopf vorgeht. Ich möchte mit meinen Texten zum Nachdenken, Umdenken oder auch einfach zum Lachen anregen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.