Und plötzlich wo anders – #WritingFriday Januar

Einen neuen Blog entdecken und dann auch sofort eine neue Challenge auf diesem Blog finden. Besser geht es doch gar nicht, oder? Genauso ging es mir letzte Woche, als ich über den Blog read books and fall in love. Dort gibt es seit Januar die #WritingFriday Challenge. Alle Infos zur Challenge gibt es auf dem Blog und macht doch einfach mit, wenn ihr auch mehr schreiben wollt und das gemeinsam mit anderen Bloggern zusammen. Ich finde die Idee auf jeden Fall grandios.

Als erstes Thema habe ich mir dieses Thema herausgesucht:

Beschreibe den letzten Traum, an den du dich erinnerst, so detailliert wie möglich

Ich stand in der Küche und mich kitzelte ein Geruch in der Nase. Im ersten Moment wusste ich nicht genau was es für ein Geruch es war, aber er erinnerte mich an etwas. Während ich also weiter die Spülmaschine einräumte, schweiften meine Gedanken ab bis mich plötzlich etwas oder jemand an der Schulter berührte. Ich drehte mich um.
Hinter mir stand aber niemand und plötzlich war ich auch nicht mehr in meiner Küche. Ich stand in einer kleinen Gasse und es roch nach Essen und nach Kaffee. Nach verdammt leckeren Essen und verdammt gutem Kaffee. Kurzzeitig war ich noch verwirrt. Ich schloss kurz die Augen und schüttelte mich. Als ich die Augen wieder öffnete standen zwei Frauen vor mir und musterten mich. Nach einem kleinen Grinsen beschloss ich die Gegend zu erkunden und herauszufinden was hier los war.
Immer der Nase nach ist doch eine gute Idee beschloss ich und wendete mich nach links. Nach ein paar Schritten betrat ich eine größere Straße. Hier waren einige Menschen unterwegs und plötzlich wurde mir klar, dass sie nicht Deutsch redeten. Sie sprachen Englisch. „Wo zum Teufel bin ich und was ist hier los – was ist mit mir los?„, fragte eine Stimme in meinem Kopf. Die Erkenntnis, dass ich definitiv nicht mehr im gleichen Land war traf mich so hart, dass ich abrupt stehen blieb. Ich blieb so plötzlich stehen, dass das Paar, welches hinter mir gelaufen war nicht mehr abstoppen konnte und beide in mich reinliefen. Nach einigen Entschuldigungen beider Seiten beschloss ich in die Bar zu gehen, die ich auf der rechten Seite entdeckt hatte.
Die Fassade war rot gestrichen und sah aus, als hätte sie die besten Jahre schon hinter sich gehabt, aber irgendwie wirkte es einladend und da ich sonst keine Idee hatte, wo ich hin gehen sollte, blieb mir fast nichts anderes übrig, als zuerst einmal meine Gedanken zu sortieren. „Vielleicht erinnere ich mich an etwas, wenn ich kurz zur Ruhe komme und etwas trinke und esse„, dachte ich mir.
Ich drückte gegen die schwere schwarze Türe, die sich mit einem lauten Knarzen öffnete.

Langsam kam er auf mich zu. Er lächelte mich an und kam immer näher. Ich zermarterte mir das Hirn woher ich ihn kannte, denn ich hatte dieses Gefühl in der Brust. Als würde ich mich unglaublich freuen, dass er gerade den Raum betreten hatte. Noch wenige Meter, dann war er bei mir. Als er nur noch wenige Schritte von mir entfernt war, drehte er sich zum Barkeeper um. begrüßt ihn und ordert sich ein Bier. Ich frage mich, ob er wirklich zu mir will. Vielleicht will er auch nur zu jemand hinter mir und ich habe die Zeichen falsch gedeutet. Fast schon Enttäuscht wendete ich mich wieder meinem Kaffee zu. Als er das Bier bekam, musste ich einfach wieder zu ihm schauen. An der Hand in der er das Bier hielt erkannte ich drei Ringe. Einen silbernen mit feinen Einkerbungen an seinem Zeigefinger. An seinem Mittelfinger trug er einen ziemlich auffälligen Ring mit einer Metallplatte an der Oberseite. Auf der Platte erkannte man ein ziemlich großes Wappen. Das Wappen zeigte einen Löwenkopf. Der Löwe, der sehr filigran in das Metall eingraviert war besaß Augen aus roten Edelsteinen und war ziemlich geschmacklos. Die Kombination dieser geschmacklosen Ringe und seinem sehr lässigen Outfit ließ mich schmunzeln. Plötzlich fiel mir auf, dass es ganz still in der Bar geworden war und der Typ die Blicke magisch anzog. Ein paar Leute winkten ihm sogar zu und ein jüngeres Mädchen stand sogar hektisch auf und reichte ihm Stift und ihr Handy und er schriebt etwas darauf.
Was für eine Aktion ist dass denn bitte?„, fragte ich mich.

Hi„, raunte er in mein Ohr, als er neben mir stand und sich an die Bar lehnte. Mit einem Grinsen betrachtete er zuerst mich und ließ dann seinen Blick durch die Bar streifen. Ich zuckte zusammen als ich plötzlich seine Hand auf meinem Oberschenkel bemerkte. Heftig stieß ich ihn von mir und fuhr in lauter als beabsichtigt an: „Was soll das!“ Erschrocken blickte er mich an. Die Aufmerksamkeit der anderen Gäste hatten wir uns sicher. „Alles ok, Leute„, wandte er sich an die anderen Gäste, „wir proben gerade nur für ein Video.“ Ich schaute ihn verwirrt an: „Was quatscht der Typ bitte?“ Dann richtete meine Frage an ihn: „Was soll das?“ Dieses Mal wisperte ich fasst so leise, dass ich nicht einmal wusste, ob er mich gehört hatte.

Ich spürte wie er näher zu mir kam und seine Hand auf meine Schulter legte. „Ich weiß ja, dass du so tun willst, als würdest du mich nicht kennen, aber heute überzeugst du selbst mich. Anna was ist los mit dir? Bist du wegen irgendetwas sauer?„, fragend schaute er mich an. Noch bevor ich ihm antworten konnte, geschweige denn meine Gedanken in irgendeine Reihenfolge brachte, sprach er weiter: „Du weißt doch, dass ich es akzeptiere. Das ich dich akzeptiere und das ich dich aus allem versuche herauszuhalten. Aber ich bin einfach gern mit dir zusammen und würde am liebsten in die Welt hinausschreien, dass wir zusammen sind. Kannst du mich denn nicht ein bisschen verstehen?“ Sein bittender Blick ließ mich fast schmelzen. Ich durchforstete mein Gehirn, doch ich konnte keinen Hinweis darauf finden, was genau hier los war. „Woher kenne ich ihn bloß und wie kann ich mit ihm irgendwie zusammen sein? Und vor allem, wieso möchte ich nicht mit ihm in der Öffentlichkeit gesehen werden?„, so viele Fragen auf einmal schossen mir durch den Kopf.

Wieder spürte ich seine Hand auf meinem Oberschenkel und dieses Mal ließ ich ihn gewähren. Er spürte anscheinend, dass ich verwirrt war und kam noch ein bisschen näher zu mir. „Alles ok?“ vergewisserte er sich. „Was soll ich bloß sagen? Soll ich ihm sagen, dass ich keinen Plan hab, wer er genau ist?„, schoss es mir durch meinen verwirrten Kopf. „Sag jetzt bitte nicht, dass du mich mit mir treffen wolltest um Schluss zu machen?„, hörte ich ihn in meine Gedanken hineinsprechen. „Schluss machen? Wie könnte ich mit ihm Schluss machen, wenn ich gar keine Ahnung habe, wer er ist?!„, zu gern hätte ich ihm diese Frage gestellt, aber ich traute mich einfach nicht.
Komm, trink deinen Kaffee aus und dann lass und hier raus gehen und reden„, schlug er vor. Wie automatisch nickte ich. „Was zum Donner ist bitte los mit mir?„, diese Frage stellte ich mir, während ich meinen Kaffee austrank. Er schmeckte bitter, aber gleichzeitig merkte ich, wie er mich ein bisschen belebte und ich fasst eine Idee zufassen bekam. Aber noch bevor ich das Rätsel entschlüsseln konnte, merkte ich wie er meine Hand nahm. Er drückte dem Barkeeper 20 Pfund in die Hand und zog mich vorsichtig hinter sich raus auf die Straße.
Ich merkte, dass er verunsichert war und irgendwie machte mich das traurig, aber bevor ich nicht wusste was genau hier passierte, konnte ich ihm auf keinen Fall helfen. Plötzlich fiel mir auf, dass er meine Hand nicht mehr losgelassen hatte und wir Händchen haltend durch die Straßen schlenderten. Das wurde mir aber nur klar, weil ich ein Aufkeuchen und hektisches Geflüstert links von uns war nahm. Dort standen mehrere jüngere Mädchen und starrten uns mit offenen Mündern hinterher. Ich schaute zu ihm auf und sah ein kleines Grinsen auf seinen Lippen. Es schien ihm zu gefallen und ich bemerkte, dass es mir genauso ging. So liefen wir weiter, bis urplötzlich ein kleines Mädchen vor uns stand. Sie öffnete den Mund, doch es kam nichts heraus. Ihre blonden Haare waren zu Zöpfen geflochten und sie schien nicht älter als 12 zu sein.

Hi„, sagten wir wie aus einem Mund und fingen gleichzeitig an uns anzugrinsen. Immer noch wie zu einer Salzsäule erstarrt, stand das Mädchen vor uns. Auf einmal fing sie an hektisch in ihrer Tasche zu kramen und zog, mit zitternden Fingern, einen Notizblock und einen Stift heraus. „Ich Ich Ich„, stotterte sie. Sie räusperte sich und flüsterte fast: „Du bist Sam, oder?“ Sam hieß er also. Und plötzlich fiel mir ein, dass ich bis gerade nicht mal seinen Namen gewusst hatte. „Ja. Ich bin Sam und wie heißt Du?„, antwortete er ihr mit seiner rauen Stimme. „Nathalie„, fast verschluckte sich das Mädchen, als sie ihm antwortete. „Ich kenne deine Videos und kann alle deine Lieder auswendig singen. Ich bin ein absoluter Fan von dir„, sprudelte es unerwartet aus Nathalie heraus. Ein bisschen ruhiger und anscheinend glücklich darüber, dass sie ihre Stimme wieder gefunden hatte, fügte sie hinzu: „Würdest du mir bitte ein Autogramm geben?

Ein Autogramm? Singen? Videos? Was zum Teufel? Und vor allem wer war Sam? Außer anscheinend mein Freund?!
Sam strahlte über das ganze Gesicht, nahm Nathalie den Block aus der Hand und kritzelte, wie ein Profi – musste er etwa öfter Autogramme geben – seine Unterschrift auf den Block. Nathalie nahm ihm Block und Stift freudestrahlend aus der Hand, bedankte sich und hopste dann zurück zu ihreren Freundinnen, die mit offenen Mündern auf der anderen Straßenseite standen und sie jetzt mit Fragen bombardierten.
Verstohlen sah ich ihn von der Seite aus an und wusste auf einmal überhaupt nicht mehr was ich denken sollte. „Ja so ist das immer, falls du das wissen wolltest„, sagte Sam. „Und wie gesagt, ich weiß, dass du eigentlich nicht bekannt werden wolltest, aber es hat sich doch gerade so richtig angefühlt, oder nicht?“ Völlig verdattert und ohne das ich genau wusste was passierte, nickte ich. Er griff wieder nach meiner Hand und zog mich näher an sich.

Völlig unerwartet küsste er mich. Erst wollte ich mich wehren, doch diese Lippen fühlten sich so vertraut an. Der Kuss fühlte sich an, als würde ich nach Hause kommen und als wäre alles andere auf einmal egal. Als wäre es egal, dass wir uns auf einer Straße küssen und als wäre es egal, dass er anscheinend irgendwie berühmt war. In diesem Moment zählten nur er und ich.
Der Kuss wurde intensiver. Sanft drückte er mich an sich. Doch plötzlich störte mich etwas. Er küsste nicht mehr meinen Mund, sondern schleckte meine Nase ab! Ich riss die Augen auf und fand mich in meinem Bett liegend wieder. Mein Hund saß auf meiner Brust, fast wirkte es so als würde sie mich angrinsen. Voller Leidenschaft schleckte sie mir erneut über das Gesicht.

1 Response
  • Elizzy
    Januar 13, 2018

    Hallo Anna 🙂

    Ich habe mich gerade herrlich unterhalten gefühlt 😀 dass nenn ich mal einen gelungenen Traum! 😉 Dein Schreibstil ist wirklich sehr fesselnd 😀 ich freue mich schon auf mehr Beiträge von dir!

What do you think?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.