Rezension: Der Vorleser von Bernhard Schlink

Kurzinfo

Titel: Der Vorleser**
Autor: Bernhard Schlink
Roman, detebe 22953, 208 Seiten
ISBN: 978-3-257-22953-0
€ (D) 10.00 / (A) 10.30
Erschienen im Jan. 2010

Inhalt

Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er … und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.
Quelle: Diogenes Verlag

Erster Satz

Als ich fünfzehn war, hatte ich Gelbsucht.

Cover

Das Cover ist, wie beim Diogenes Verlag typisch, sehr schlicht gehalten. Der Bildausschnitt zeigt den Nollendorfplatz. Der Platz liegt im Norden des Berliner Ortsteils Schöneberg im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Die Story

Eine wirklich gar nicht typische Liebesgeschichte. Ein 15-jähriger, der seine ersten Erfahrungen mit einer 36-jährigen erlebt. Sehr detailliert beschreibt Schlink das Leben des jungen Schülers Michael Berg, dessen Leben sich durch ein zufälliges Treffen mit der Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz sehr verändert.
Als Hanna plötzlich verschwindet, stellt sich Michael die Frage, ob er Schuld an ihrem Verschwinden trägt oder ob etwas ganz anderes dahinter steckt.

Jahre nach ihrem Verschwinden, trifft Michael, der mittlerweile Jura studiert, im Gerichtssaal auf seine ehemalige Lehrerin und Geliebte Hanna. Allerdings sitzt sie dort nicht etwa als Zeugin, sondern ist eine Angeklagte in einem Prozess, bei dem sich sechs ehemalige KZ-Aufseherinnen für ihre Taten verantworten müssen.
Michael lässt das Ganze natürlich nicht unberührt und er versucht herauszufinden, wie er eine solche Person lieben konnte und wie Hanna dazugekommen ist, solche Taten zu begehen.
„Sie kämpfte nicht nur im Prozeß. Sie kämpfte immer und hatte immer gekämpft, nicht um zu zeigen, was sie kann, sondern um zu verbergen, was sie nicht kann.“

Der Schreibstil

Der Schreibstil von Bernhard Schlink macht es leicht sich mit den sehr „harten“ Themen des Romans auseinanderzusetzen und man kann sowohl mit Hanna als auch mit Michael mitzufühlen. Allerdings ist es kein seicht geschriebener Text und durch die detaillierten Beschreibungen ist das Lesen auch manchmal ein bisschen fordernd.

Mein Fazit

Der Roman „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink macht es leicht sich mit den schwierigen Themen des Romans auseinanderzusetzen. Man kommt nicht umher sich während des Lesens mit ganz unterschiedlichen Fragen zu beschäftigen, wie zum Beispiel:
Wer hat Schuld?
Wie muss wie, als „Kinder“ des Krieges, mit dieser Schuld umgehen?
Wie kann aus einer KZ-Aufseherin so ein Mensch wie Hanna werden und umgekehrt?
Ich habe das Buch zum ersten Mal in der zwölften Klasse gelesen und seither noch vier weitere Male gelesen. Das Buch sollte in jeder Oberstufe gelesen werden, denn es bringt einen zum Nachdenken und man muss sich mit Themen beschäftigen, die einem im Alltag sonst nicht begegnen.
„Wenn der begehrliche Blick so schlimm war wie die Befriedigung der Begierde, das aktive Phantasieren so schlimm wie der phantasierte Akt – warum denn nicht die Befriedigung und den Akt?“

Der Autor

Bernhard Schlink wurde im Jahr 1944 in Bielefeld geboren. Er arbeitet als Jurist und lebte in Berlin und New York. „Selbs Justiz“, sein erster Kriminalroman, schrieb er gemeinsam mit Walter Popp. Danach folgten weitere, teils preisgekrönte, Kriminalromane.


*Rezension Exemplar – Das Buch wurde mir vom Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Ich vertrete allein meine Meinung.
**Affiliate Link – Wenn Du auf diesen Link kaufst, erhalte ich eine klitzekleine Provision – für dich wird das Buch dadurch keinesfalls teurer

No Comments Yet.

What do you think?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.